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Chiang Mai

Wer in den Norden Thailands will, kommt um Chiang Mai kaum herum. Es ist die größte Stadt des Nordens, eine alte Königsstadt, eine junge Studentenstadt, eine Mischung aus Prunk- und Zweckbauten, aus Märkten und Shops, aus WLANs in überragender Bergkulisse und der Ort, der aufgrund seines Flughafens einfach bequem angeflogen und von dem aus dann die touristische Eroberung des hohen Nordens gestartet werden kann.

Geschichte Chiang Mais

Chiang Mai ist eine Planstadt des 13. Jahrhunderts. Der berühmte König Mengrai, Herrscher (und Gründer) von Lan Na, Gründer von Chiang Rai, ließ am Fluss Ping und unter den mächtigen Bergen Doi Pui und Doi Suthep eine ihm würdige Residenz errichten, deren erste Befestigung auch noch heute in Teilen zu sehen ist.

Es war eine wilde Zeit. Die Mongolen wurden zurückgeschlagen (was sonst wirklich nur sehr wenigen gelang), es mussten Allianzen mit den Nachbarn Südostasiens, mit den Birmanen beispielsweise, später mit dem aufblühenden Reich Sukothai geschlossen werden, bis zum 15. Jahrhundert konnte Chiang Mai wachsen (beispielsweise bis an die Grenzen von Laos) und gedeihen (als Pflegerin der ältesten Traditionen des Buddhismus).

Im 16. Jahrhundert gemeindeten die Birmanen Chiang Mai ein, mehr als 200 Jahre später, im 18. Jahrhundert, am Ende von Ayutthaya, dem inzwischen entscheidenden Faktor im Süden, wurde Birma derart umfassend in den Westen gedrängt, dass Chiang Mai, wo sich ein Marionetten-Lan-Na erhalten hatte, als eine Art eigenständige Provinz, später als gewöhnliche Provinz in Siam eingegliedert.

Wat Chieng Mun

Wat Chieng Mun ©TK

Dass Chiang Mai seinen heutigen Status als Zentrum des Nordens hat, liegt auch daran, dass es neben Touristen, die natürlich wirtschaftlich nicht zu verachten sind, ein staatliches Interesse daran gab und gibt, den Norden in die Moderne mitzunehmen, dessen traditionelle Handelsgüter auf den Weltmärkten nicht mehr sehr gefragt werden oder anderswo billiger resp. effektiver oder kundennäher hergestellt – und außerdem gab es im aktuellen Jahrtausend einen leicht kleptokratisch und tyrannisch veranlagten Ministerpräsidenten, der von hier kam und sich zum Ziel gesetzt hatte, hier das Fundament für die Zukunft des Landes zu legen.

Sehenswürdigkeiten in Chiang Mai

Chiang Mai hat eine Menge Tempel, man spricht von 200, darunter der Wat Chiang Man, der noch aus der Zeit Mengrais stammen soll. Wat Phra Singh mit seinem Löwenbuddha wird von nahezu jedem Touristen besichtigt, wichtig ist auch der Wat Chedi Luang, in dem sich die wechselvolle Geschichte der Stadt in Narben und Reparaturbemühungen eingezeichnet hat.

Die Tha Phae ist eine kleine Schlenderei wert, ohnehin muss die Altstadt durchschlendert werden, es sind die verschiedenen Märkte der Stadt, die das Flair bestimmen, die Wats, die Universität, die (vielen guten) Museen, die pragmatische Mischung aus wunderschöner alter Bausubstanz und neuen Zweckbauten.

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Zu erster Kategorie gehört ein Schatz etwas nördlich des alten Zentrums: der Wat Jet Yot. Im 15. Jahrhundert hat hier ein wichtiges Zusammentreffen der wichtigsten Würdenträger des Theravada-Buddhismus statt, achtes Konzil genannt. Diese Konzile sind äußerst selten (wir kennen das von den Katholiken, die hatten im letzten Jahrtausend drei), bei solchen Veranstaltungen kommen die ganz heißen Themen auf den Tisch, die Buddhisten haben nach offizieller Zählung keine acht Konzils abgehalten. Die wichtigen buddhistischen Treffen fanden bis in die Neuzeit so gut wie alle auf dem indischen Subkontinent statt, dass es hier im Norden des heutigen Thailands so früh schon große, einen Jahreszyklus andauernde Zusammenkünfte hoher Würdenträger gab, zeigt die große Bedeutung Chiang Mais für die damalige Zeit.

Unternehmungen in und um Chiang Mai

Für Mitentspanner: viele Bürger Chiang Mais machen es sich an ihren freien Tagen am Stausee von Huay Teung Thao gemütlich. Hier kann man kleine hausbootartige Gefährte mieten und lokale Spezialitäten versuchen, Spezialitäten von der Sorte, die sich wie eklige Mutproben anhören, wenn man sie in Europa erzählt bekommt, die aber nach einigen Versuchen wirklich lecker sein können.

Chiang Mai ist modern, und zwar auf eine Art, die das Alte schätzt und durch das Neue ergänzt. Das kann man lernen. Der Ort ist bekannt für sein reiches Lehrangebot, an dem auch Besucher teilhaben können. Ob als Sprach- oder Kochschüler, als Meditationsschüler, Massageschüler, als Feldforscher in den Werkstätten der Handwerker oder als ihr feilschender Gegenspieler: man verlässt Chiang Mai in der Regel klüger, als man reingekommen ist. Es gibt übrigens ein sehr anständiges Angebot an Restaurants und Bars, das braucht eine Stadt einfach, die Künstler und Denker anzieht – wie auch den großartigen Nachtmarkt von Chiang Mai.

Interessant ist das Shoppingangebot auch um Chiang Mai herum. Schirme (und andere Basteleien) in Bo Sang, Seide und Baumwolle in Kamphaeng, Möbel und Antiquitäten in Hang Dong, Wasserbüffel in San Pa Thong … Auch Händler kommen aus dem ganzen Land in diese Stadt, um Schätze zu heben, zum einen oder anderen Schnäppchen lassen sich die meisten Besucher überreden, solange noch Luft im Koffer ist.

Eine Besonderheit ist sicher der durch Baumwipfel gespannter Klettertrail „Flight of the Gibbon“. Der Blickwechsel auf den Regenwald ist nicht nur aus ökologisch-pädagogischer Sicht etwas Wertvolles, neben der Wissensvermittlung (auf einem fünf Kilometer langen Weg durch ein 1.500 Jahre altes Ökosystem geschieht das von selbst) gibt es Abenteuer und im nahen Mae Kampong werden für alle, die einfach noch länger bleiben, klettern und wandern wollen, Übernachtungen angeboten.

Die großen Berger Doi Pui und sein kaum kleinerer Bruder Doi Suthep sind, wie sollte es anders sein, teilweise zu Nationalparks erklärt worden. Neben dem königlichen Winterpalast, dem heiligen, im 14. Jahrhundert errichteten und über die Grenzen des Nordens hinaus berühmten Wat Phra That Doi Suthep und für Besucher geöffnete traditionelle Hmong-Dörfer hat der Park eine Menge Natur zu bieten. Mehrere Klimazonen, unzählige Vogelarten, Trekking- und Mountainbikestrecken, Wasserfälle (natürlich) und übernachten kann man hier auch. Rafting wird auf dem Mae Taeng im Norden der Stadt angeboten.

Eine Unterkunft in Chiang Mai

Chiang Mais Angebot an Unterkünften ist enorm groß, vielfältig und gut. Neben den Sehenswürdigkeiten, die die Stadt eh schon zu bieten hat, sorgen gleich mehrere über das Jahr verteilte und überregional bekannte Feste dafür, dass die Stadt auch den Ansturm extrem vieler Besucher verpackt. Die meisten Hotels sind zweckmäßige Bauten, die Klasse der feineren Hotelketten ist hier vertreten und auch einfache Bettensammlungen in gewöhnlichen Häusern. Da in Chiang Mai viele Menschen studieren, sind die Hotels darauf eingestellt, ihren Gästen besondere Rabatte für längere Aufenthalte zu gewähren.

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