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Das ursprüngliche Thailand liegt im Isaan

Eine völlig ungewöhnliche Einladung. Mein langjähriger, guter Freund Michael, bat mich sein Trauzeuge zu sein, was ich gerne zusagte. Seine Hochzeit sollte allerdings in Thailand stattfinden, da seine Freundin aus diesem Land stammte. Genauer gesagt aus dem Isaan, im Nordosten Thailand, dort wo sich Touristen selten hin verirren. Ich sagte gerne zu. Und so kam es, dass ich diese sehr ungewöhnliche und gleichzeitig unvergessliche Reise in das ursprüngliche Thailand antrat.

Von München nach Korat ( offiziell Nakhon Ratschasima)

Wir flogen von München nach Bangkok mit der Thai Airways. Der Flug dauerte über zehn Stunden, und als sich die Türen des Flugzeuges öffneten, war es eine völlig andere Welt, die uns dort begrüßte. Alle Einheimischen lächelten, waren freundlich und der Flughafen sehr sauber, wenn auch ziemlich überfüllt. Nach den Einreiseformalitäten wechselten wir zum nationalen Flughafen und suchten zunächst unseren Flug vergebens. Nach einem kurzen Lächeln von Michaels Freundin erfuhren wir, warum der Flug nicht angezeigt wurde. Wir suchten – ziemlich verzweifelt- den Flug nach Korat. Offiziell heißt die Stadt aber Nakhon Ratschasima, auch wenn kaum jemand sie so nennt. Der kurze Flug führte uns also in den Nordosten Thailands, kaum 260 Km von der Hauptstadt Bangkok entfernt. Dort wurden wir mit einem Minibus von dem Bruder der Braut abgeholt, der sich freundlich vor uns verbeugte und die Hände, wie zum Beten, zu der thailändischen Begrüßung, dem Wai, faltete. Keine herzliche Umarmung der Schwester, kein Kuss, nichts dergleichen. Später erfuhr ich, dass es in Thailand sehr unschicklich sei, in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten auszutauschen. Wir waren immer noch nicht am Ziel, denn das Dorf, aus dem die Braut stammte, war etwa 60 Km entfernt. Völlig übermüdet kamen wir dort an.

Arbeiterin in Isaan

Arbeiterin in Isaan @iStockphoto/Marcel Braendli

Die Hochzeit in Bang Du

Die ganze Familie war versammelt und wir wurden sehr freundlich aber zurückhaltend begrüßt. Ich zählte ungefähr 30 Personen, wobei viele Kinder da waren, die immer wieder kicherten. Ich erfuhr, dass sie noch nie einen „Farang“ also einen westlichen Ausländer mit langer Nase und blonden Haaren so nah gesehen hatten.
Nach einem vorzüglichem und völligem unbekanntem Essen, legten wir uns schlafen, wobei und die ungewöhnliche Schlafstätte schon wegen der Übermüdung kaum störte.
Am nächsten Morgen nach einem Frühstück mit Reissuppe brachen wir alle zum „Wat,“ wie die Buddhistischen Tempel genannt werden, auf. Es fand eine Zeremonie statt, die für uns alle völlig unverständlich war. Für die Thais allerdings, die sehr andächtig zunächst den Mönchen essen brachten und dann folgsam warteten, bis diese aufgegessen hatten, um dann die Reste unter sich aufzuteilen. Zwei Stunden später kamen zwei Herren, und ich verstand, dass es sich um Standesbeamte handelte. Die eigentliche Hochzeit dauerte keine zehn Minuten und schon waren mein Freund Michael und Noi ein Ehepaar. Abends wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert. Alles war recht fremd für uns, aber wir wurden quasi als exotische Besucher zwar beäugt aber sehr freundlich behandelt.
Die restlichen Tage nach der Hochzeitsfeier nutzten wir um uns den Isaan anzusehen. Beeindruckend war der Kontrast zu Bangkok, denn man merkte hier, dass wenige Touristen kamen. Die Fröhlichkeit und Ungezwungenheit der Menschen hat uns beeindruckt. Diese ist allerdings auch gepaart mit Zurückhaltung.
Voller neuer Eindrücke traten wir die Rückreise an.

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