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Zentralthailand

Willkommen in Zentralthailand. Das liegt je nach Perspektive und Reiseführer immer leicht anders – und es ist ja auch nicht ganz leicht, bei der Form Thailands einen zentralen Punkt auszumachen. Nähme man die geografische Mitte, würde man womöglich am südöstlichsten Zipfel des Landes, vielleicht auch mitten im Meer landen.

Zentralthailand – Kulturelles Zentrum

Zentralthailand ist natürlich das kulturelle Zentrum und das Machtzentrum des Landes. Wie jeder Urlauber in Thailand schnell merkt, ist das Land über die Jahrhunderte einer Vielzahl äußerer Kräfte ausgesetzt gewesen. Im Westen sorgten die Birmanen für einen stark wechselnden Grenzverlauf, im Osten die Laoten und bis in unsere Tage gibt es Konflikte mit den Nachfahren der Khmer in Kambodscha.

Über die Jahrhunderte übten die Kolonialmächte Europas enormen Druck auf das unter anderem wegen seines Reichtums an Edelsteinen begehrenswerte Land aus, die einen ließen nur Handelsniederlassungen errichten, andere hatten den Ehrgeiz, komplett Südostasien für sich arbeiten zu lassen. Im Zweiten Weltkrieg überfielen die Japaner das Land und versuchten so an Birma zu kommen und nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die US-Streitkräfte hier Stützpunkte, während sie in Vietnam operierten.

Immer wieder kamen in Thailand auch große Flüchtlingsströme aus Vietnam und Kambodscha an, an der Architektur, besonders an der religiösen, auch an den Skulpturen kann man erkennen, dass Thailand zudem eine enge, uralte Verbindung ins Himalaya und nach Indien pflegt.

Khaosan Road

Khaosan Road ©TK

Gleichzeitig verändert sich das Land. Das große Deltagebiet des Chao Phraya wächst, und auch wenn das ein Zufall sein mag, die Hauptstädte Thailands folgen ihm. Als wichtiges Reich, das viele für das heutige Thailand noch relevante Impulse setzte, gilt jenes von Sukhothai. Diese uralte Stadt liegt so weit im Norden, dass man sie auch Nordthailand zuschlagen könnte, da sie aber so wichtig für die besondere Kultur des Landes war, schlagen wir sie dem Zentrum zu.

Als dieses Reich zerfallen war, übernahm Ayutthaya, ein kleines Stückchen nördlich von Bangkok gelegen. 400 Jahre herrschten hier Könige, ließen die Chinesen, Portugiesen, Holländer, Japaner und Araber Handelsniederlassungen bauen. Das Reich von Siam war weltberühmt, nur in Siam sprach man nur sehr selten von Siam. Ausgerechnet die japanischen Besatzer im 20. Jahrhundert entschieden dann, dass das Königreich einen Namen brauche, der irgendwie mit der Mehrheitsbevölkerung von Zentralthailand verbunden ist und folgerten: Thailand.

Ob es die richtige Entscheidung ist, eine Bevormundung von außen durch eine zweite zu tauschen, ist in Thailand durchaus umstritten. Im Reich von Ayutthaya jedenfalls übte man seine Souveränität aus, indem man die Grenzen sorgsam befestigte. Im Westen entstand dafür beispielsweise Kanchanaburi, ein Vorposten, der trotzdem nicht verhindern konnte, dass Ayutthaya von den Birmanen überfallen und geplündert wurde. Später ließen die Japaner von Kriegsgefangenen hier die Brücke am Kwai errichten.

Es folgte der nächste wichtige Schritt in der Geschichte Thailands. Die Chakri-Dynastie, die noch heute herrscht und sehr verehrt wird, übernahm im späten 18. Jahrhundert, Bangkok wurde zum neuen Zentrum des Landes und bis heute zur boomenden Metropole mit einem gewaltigen Einzugsgebiet und vielen Millionen Bürgern.

Außerhalb Bangkoks hat sich Thailand eine unfassbar schöne Natur bewahrt. Es gibt große landwirtschaftliche Nutzflächen, aber auch Wälder mit wilden Tieren, seltener Vegetation und gepflegte Nationalparks. Die zahlreichen Flüsse, die zum Golf von Thailand plätschern, haben eine Vielzahl von Wasserfällen, unter denen Thailänder mit Touristen planschen, in den Bergen leben zahlreiche ethnische Gruppen Thailands, das mehr ist als das Land der Thais: es ist die vielleicht sympathischste und gastfreundlichste Mischung verschiedener Völker, die ihre Kulturen pflegen, die es auf der Erde gibt.

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