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Kanchanaburi

Wenn die Form Thailands wirklich einem Elefantenschädel gleicht, wie viele behaupten, dann liegt Kanchanaburi an der Stelle, an der Rüssel beginnt, also an der der Rüssel vom Schädel baumelt (wer weiß schon, wo ein Rüssel wirklich beginnt?).

Die Region zählt zu den größten Thailands, liegt an der Grenze zu Myanmar und die Stadt Kanchanaburi, Zentrum der Provinz, liegt etwa 130 Kilometer leicht nordwestlich – und damit im direkten Einzugsgebiet von der Metropole – Bangkok entfernt.

Dafür ist sie aber überwiegend sehr ländlich geprägt, einer von mehreren Gründen dafür, dass Kanchanaburi auch bei den Hauptstadtbewohnern ein beliebtes Ausflugsziel ist. Hinzu kommen gute Preise, gute Bedingungen, die Berge, die Flüsse, die Wälder, die Wasserfälle, die Höhlen und einige wichtige historische Orte des Landes.
Anreise

Zwischen Kanchanaburi und Bangkok fahren sowohl Bummelzüge als auch Bummelbusse. Der Busbahnhof liegt im Süden der Stadt, der Bahnhof in Fußmarschentfernung nordwestlich vom Busbahnhof. Die Bahnlinie von Bangkok nach Noi-Nam Tok führt hier durch, es ist ebenjene, die in „Die Brücke am Kwai“ eine wichtige Rolle spielt und als Death Railway, die Todesbahn, bei deren Bau unsagbar viele Menschen ihr Leben lassen mussten, in Film und Roman weltberühmt wurde.

Diese Brücke liegt bei Kanchanaburi und ist heute eine wichtige Touristenattraktion, aber eine von vielen, für die sich ein Besuch der Stadt und der Gegend und ein Aufenthalt für mehrere Tage wirklich lohnen. Wobei man betonen muss: die Brücke sieht nicht ganz so aus, wie man sich nach Romanlektüre oder dem Film vorstellt – und es sind ein paar Touristenfänger zuviel vor Ort.

Brücke am River Kwai

Brücke am River Kwai ©TK

Geschichte Kanchanaburis

Das Gebiet ist bereits in der Steinzeit besiedelt gewesen, Kanchanaburi ist dann aber erst im 18. Jahrhundert als Teil eines Verteidigungssystems gegen einfallende Birmanen ausgebaut worden. Das fiel in die Zeit Ramas I, Begründer der bis heute herrschenden Chakri-Dynastie, der den Bestand Siams, unter diesem Namen war das Reich seinerzeit in Europa bekannt, sicherte und dabei neben konkurrierenden Nachbarn auch mit den von wirtschaftlichen und kolonialen Interessen getriebenen Reiche aus dem fernen Westen verhandeln musste.

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Im Zweiten Weltkrieg waren dann die Japaner hier und ließen in Rekordgeschwindigkeit von Zwangsarbeitern genannte Bahnlinie errichten, über die Rohstoffe aus Myanmar bzw. Birma gesichert werden sollten.

Kanchanaburi erleben

Als touristische Attraktion ist Kanchanaburi gut auf Gäste eingerichtet. Es werden zahlreiche Touren zu den nahegelegenen Mahnmalen des Krieges, zu spannenden Museen, aber auch in die nahegelegenen Nationalparks angeboten, worunter Erawan mit seinen spektakulären Wasserfällen sicher der spannendste ist. Ein Pflichtbesuch.

Das gilt eigentlich auch für den Geschichtspark Mueang Sing. Hier haben die aus dem Osten kommenden Khmer im 13. Jahrhundert einen befestigten Posten errichtet, dessen Ruinen heute dieses malerische Flair verströmen, das für Ruinenstätten in Südostasien so kennzeichnend ist.

Eine Geschichte, die sich hier im Zweiten Weltkrieg in Ban Kao abspielte, ist ebenfalls so einzigartig, dass man ihr nachspüren sollte: ein niederländischer Kriegsgefangener der Japaner entdeckte während seiner Zwangsarbeit uralte Steinwerkzeuge, kehrte in den 60ern mit einem Forscherteam zurück und stellte fest, dass er auf 5.000 Jahre alte Alltagsgegenstände und Gräber gestoßen war. Diese können heute in einem Museum bewundert werden.

Aber auch für alle, die nicht unbedingt in der Geschichte buddeln möchten, hat Kanchanaburi einiges zu bieten. Höhlen zum Beispiel, Abenteuerspielplätze der Unterwelt, seltene Tiere und Pflanzen und ein dichtes Freizeitprogramm: Koch- und Meditationskurse, Campingplätze, Wanderrouten und hervorragendes Essen.

Zur Folklore der Reiseführer gehört längst, dass vom Besuch des sehr bekannten Tigertempels abrät. Tiger stinken nicht nur in Gefangenschaft, den majestätischen Tieren wird mit einem Fingerschnippen des Menschen die Würde genommen, deswegen sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich keinen Quatsch mit Tigern anguckt.

Der Tigertempel ist tatsächlich ein Kloster mit einem Abt, in dem Besucher so nah an die Tiere kommen wie wohl sonst nur in der (ebenso unmöglichen) Privathaltung. Die Eintrittspreise sind für thailändische Verhältnisse recht happig, das Geld ist fast überall besser investiert.

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