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Chiang Rai – Goldenes Dreieck & Mae Sai

Zum Mythos Südostasien gehört das Goldene Dreieck wie Hüttengaudi in die Alpen. Gleichsam gruselig und anziehend, betörend schön wie rätselhaft, offen für Besuche aber doch unnahbar findet man dort, wo Laos, Myanmar und Thailand aufeinandertreffen, eine Region, die die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte auf seine ganz eigene Art mitbestimmt hat.

Im Goldenen Dreieck wird Schlafmohn angebaut, zu Opium verarbeitet, schon traditionell exportiert und lange Zeit stammte von hier der Großteil des weltweiten Heroins. Es wäre aber nicht richtig, die Provinz Chiang Rai darauf zu reduzieren. Sie ist wunderschön, eine verwunschene Berglandschaft und von uralten, wichtiger Handelsrouten bestimmt. Tief gelegene Flüsse und hohe Berge bieten spektakuläre Kontraste.

Chiang Rai

Die Stadt Chiang Rai liegt am Ufer des Maenam Kok, über den nahen Mekong ist die Provinz mit Yunnan in China, mit Myanmar, Laos, Kambodscha und auch Vietnam verbunden. Chiang Rai selbst ist eine Gründung aus der Frühzeit des Königreiches von Lan Na. Sein Gründer, Mengrai, schuf den Ort über einer Siedlung von Mon und Lawa, die wichtigere aber spätere Gründung war wohl Chiang Mai in der gleichnamigen Nachbarsprovinz, wohin sich dann auch die Macht verlagerte.

Die Gegend ist stark landwirtschaftlich geprägt, Chiang Rai ihr schmuckes Zentrum mit einigen guten Restaurants, noch besseren Cafés (der Kaffee kommt direkt aus der Umgebung, Tee wird hier ebenfalls angebaut) guten Unterkünften, Reisebüros, die Touren durch die nähere und weitere Umgebung anbieten, Märkten, verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten für Touristen und wirklich erstaunlichen Sehenswürdigkeiten. Der Smaragd-Buddha ist das Heiligtum der Nation Thailand. Seine Legende beginnt in Chiang Rai und dort stand bzw. saß er im Wat Phra Kaeo Don Tao und dort befindet sich heute auch wieder ein sehr wertvoller Buddha – der aber bewusst nicht als Replik angefertigt wurde.

Goldenes Dreieck

Goldenes Dreieck ©TK

Der Wat Phra That Doi Chom Thong ist älter als die Stadt, soll bereits ein heiliger Ort gewesen sein, bevor es den Buddhismus in der Region gab, er ist der Ort, den Mengrai zur Gründung seiner Stadt brauchte, eine Hügellage mit freier Sicht auf den Fluss, Chiang Rai hat aber noch weitere Wats, die auf Besucher warten und die Nähe zu Chiang Mai verdeutlichen.

Chiang Rai und Umgebung

Typisch für die Provinz Chiang Rai sind die vielen Kulturen, die hier miteinander leben. Alte Bergvölker, chinesische Migranten, die Grenznähe, der Mekong und die gleichzeitige Abgelegenheit in der Höhe machen es möglich. Das kleine Mae Salong, das chinesische Städtchen, ist ein Pflichtbesuch. Die Siedlung ist von geflüchteten chinesischen Soldaten errichtet worden, die hier in den 60er Jahren Exil gewährt bekamen.

Der auch: weißer als der Dom von Mailand, ornamentenreich wie ein gotisches Gotteshaus und so anziehend modern wie die Sagrada Família von Antoni Gaudí in Barcelona ist der Wat Rong Khun, in den späten 90ern des 20. Jahrhunderts vom thailändischen Architekten Chalermchai Kositpipat entworfen und seitdem im Bau befindlicher Tempel.
In Chiang Rai lässt sich hervorragend wandern. Es gibt winzige Dörfer, spannende Routen, allerdings auch immer wieder auftretende Grenzkonflikte und Probleme mit Schmugglern. Daher sollten Urlauber, die Trekkingtouren machen möchten (das geht übrigens auch hervorragend mit dem geländegängigen Fahrrad) zuvor Informationen über die aktuelle Lage einholen.

Mae Sai

Ein guter Startpunkt für Touren durch die Grenzregion und das Goldene Dreieck ist das kleine Mae Sai am nördlichsten Zipfel Thailands. Hier gibt es den Wat Phra That Doi Wao und der Ort gehört zu den populärsten Übergängen ins Nachbarland Myanmar – wenn es denn die politische Lage erlaubt. Ebenfalls spektakulär ist Tham Luang, ein Reihe von Höhlen in der Nähe von Mae Sai.

Auf nach in die Nachbarländer

Ein sehr reizvoller Trip von Chiang Rai aus ist jener nach Yunnan. Diese Route ist für Ethnologen besonders interessant, weil viele der Völker Südostasiens in umgekehrter Richtung in die Länder eingewandert sind. Die Thai, aber auch die Shan kommen ursprünglich aus der chinesischen Provinz, heißt es zumindest, aber auch viel später, beispielsweise zu Zeiten des Kommunismus in der Volksrepublik, gab es immer wieder viele Menschen, die so nach Thailand und die Nachbarländer kamen.
Von Chiang Saen aus, diesem uralten Siedlungs- und Handelsplatz der Menschen, kommt man, wenn man sich ein Visum besorgt hat, nach China. Ein bekannter Grenzübergang nach Laos ist jener in Chiang Khong, etwa 50 Kilometer den sich windenden Mekong hinab.

Anreise und Mobilität

Wer nicht über den Mekong nach Chiang Rai kommt, der hat zwei Möglichkeiten. Entweder kommt man über den nahen Flughafen von Chiang Mai oder, häufiger, aus Bangkok oder aber man fährt (meist) die Nachbarmetropole mit dem Bus an. Mehr als 260 Kilometer sind es von Chiang Mai nach Chiang Rai, wer direkt von Chiang Rai nach Bangkok will, hat mehr als 800 Kilometer vor sich (kommt auf der kürzesten Route aber nicht durch Chiang Mai).

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