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Chanthaburi

Wer sich so richtig übers Ohr hauen lassen möchte, der sollte in Chanthaburi im großen Stil Edelsteine kaufen, ohne wirklich Ahnung davon zu haben. Der magische Klang, den der Name des Königreiches Siam über Jahrhunderte bis nach Europa hatte, hing natürlich mit der Pracht, der rätselhaften Schönheit und großen Kunst seiner Baumeister zusammen, in erster Linie jedoch war der Klang vom Glitzern der Edelsteinen bestimmt.

Die Mienen Thailands gelten heute als weitgehend erschöpft, es werden aber weiterhin wertvolle Steine gefunden und das Land bleibt eine wichtige Drehscheibe des internationalen Edelsteinhandels. Das Zentrum ist natürlich Bangkok, Chanthaburi jedoch, die Stadt des Mondes, ist in dieser Hinsicht, auch weil sie wesentlich kleiner ist, noch einen Tick beeindruckender.

Es gibt zahlreiche kartellartig organisierte Händler, die sich sehr kreativ darauf spezialisiert haben, ahnungslose Urlauber auszunehmen. Das seriöse Auftreten, das Vorzeigen vermeintlich offizieller Lizenzen sind keine Kriterien, über die ein Tourist das Vertrauen schöpfen sollte, auf der sicheren Seite zu sein. Angaben über den tatsächlichen Umfang des täglichen Betruges gehen weit auseinander, einen kleinen Hinweis gibt vielleicht die Tatsache, dass der thailändische Staat mit der Touristenpolizei eine vertrauensvolle Institution zu schaffen versucht hat und dass die meisten Auslandsvertretungen Opfer von Betrügereien lediglich noch routiniert beratend zur Seite stehen.

Geschichte Chanthaburis

Chanthaburi, südöstlich von Bangkok gelegen, soll ursprünglich auf eine Siedlung der Khmer aus dem ersten Jahrtausend zurückgehen. Es wurde dann von den ersten thailändischen Flächenreichen geschluckt, war als Handelsplatz und Hafen aber noch im 18. Jahrhundert selbstbewusst genug, nach Unabhängigkeit zu streben – was aber durch die Herrscher Siams niedergeschlagen wurde.

Kathedrale in Chanthaburi

Kathedrale in Chanthaburi @iStockphoto/Manit321

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden in Chanthaburi zahlreiche Flüchtlinge aus Vietnam ansässig, die in gleich drei Wellen in die Stadt kamen, hinzu kamen immer wieder internationale Handelsvertreter, die Franzosen hatten um 1900 ihre Hand über dem Gebiet und ordneten ihr südostasiatisches Kolonialgebiet von hier aus neu.

Chanthaburi erleben

Von Freitag bis Sonntag dominiert in Chanthaburi der Handel. Wer nicht anfällig dafür ist, sich breitschlagen zu lassen, eh nicht viel Geld dabei hat oder auch das Risiko eingehen mag, für das Erlebnis eines uralten Handels unter Umständen auch ein mittelmäßig gutes Geschäft zu machen, wird viel Freude in der Stadt haben.

Architektonisch haben sich die vielen verschiedenen Siedler ebenfalls in dem Ort verewigt. Es gibt eine französisch wirkende Kirche, chinesische Tempel und mit dem King Taksin Park eine richtige Oase im Herzen des Ortes. Die Einwanderer sind auch kulinarisch bis heute präsent, vor allen Dingen Nudelgerichte und die vietnamesische Küche sind in hervorragender Qualität zu bekommen.

Das Umland von Chanthaburi

Wer Erholung sucht, findet sie beispielsweise einige Kilometer südöstlich der Stadt. Zum Nationalpark Namtok Phlio pendeln Busse, tiefer Wald, ein hoch aufsteigendes Gelände, Wasserfälle, überwucherte Sakralbauten, ein Campingplatz und jede Menge Händler stellen das Angebot. Im Norden liegt der Nationalpark Nationalpark Khao Khitchakut, der aufregendere Tiere, eine aufregendere Landschaft und einen heiligen Fußabdruck vorweisen kann.

Wer ans Meer möchte, sollte mal Laem Sing probieren, etwa 30 Kilometer im Süden der Stadt gelegen. Es gibt vorgelagerte Inseln, einen Bootsverleih, einen langen Strand und in den Hügeln Ruinen ehemaliger Festungen und Gefängnisse.

Anreise nach Chanthaburi

Dadurch, dass Chanthaburi vom Rhythmus der Händler geprägt ist, gibt es an Handelstagen eigentlich ständig einen Zimmermangel. Antizyklisch anreisen oder auf das eigene Glück hoffen sind zwei mögliche Devisen, richtig voll wird es in der Stadt, wenn im Dezember das Edelsteinfestival gefeiert wird.

Von Bangkok, Busbahnhof Ost, fahren tagsüber alle 30 Minuten Busse nach Chanthaburi, mit etwa 4,5 Stunden Fahrtzeit ist zu rechnen. Wer von dort aus weiter und nicht wieder zurück möchte, kann in die südlich angrenzende Provinz Trat und dort auf die berühmte Urlaubsinsel Ko Chang übersetzen oder auch an die nahe Grenze Kambodschas fahren, und zwar beispielsweise über Sa Kaew nach Aranya Prathet.

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