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Thaiboxen

Thaiboxen und Kickboxen sind im Prinzip dasselbe. In Deutschland wird überwiegend der Begriff Kickboxen verwendet, obwohl die Wiege dieser Kampfsportart in Thailand liegt, wo es zum Volkssport wurde.

Wird bei uns der sportliche Wert geschätzt oder als Selbstverteidigungsmethode erlernt, geht es in Thailand selbst meist um den Wetteinsatz, denn auch die Kämpfer bekommen von den Wetteinsätzen immer einen Teil ab. Die gesellschaftliche Stellung der besten Kickboxer ist in etwa mit der japanischer Sumo-Ringer vergleichbar.

Welchen Ruhm man in als Kickboxer in Thailand erwerben kann, sieht man an dem ehemaligen Weltmeister Changpuek Kiatsonglit, der schon zu Lebzeiten eine Legende wurde. Seinen Namen kennt in Thailand jedes Kind, und um mit ihm zu trainieren kommen Kämpfer aus der ganzen Welt nach Pattaya.

Was ist diese Kampfsportart, die man in Thailand Muay Thai nennt, eigentlich genau? Man sagt, dass dieser Sport als Kampfmittel schon im 16. Jahrhundert eingesetzt wurde. Und zwar dann, wenn man keine Waffen mehr hatte, konnte der Krieger wenigstens Beine, Fäuste oder Ellenbogen zum Kampf benutzen.

Erst um das Jahr 1950 machte man das Kickboxen zu einer Sportart mit festen Regeln. Kickboxen wurde somit offiziell zu einer Vollkontaktsportart, das heißt, dass der gesamte Körper als Trefferfläche gewertet wird. In Thailand entstanden verschiedene Verbände mit zum Teil sehr unterschiedlichen Regeln. Hierüber wurde bis zum Jahre 1995 heftigst gestritten. Erst als sich die thailändische Regierung gezwungen sah, einen einheitlichen Verband zu gründen, schlossen sich weltweit alle Verbände unter dem Dach des „World Muay Thai Council (WMTC)“ zusammen.

Thaiboxen

Thaiboxen ©TK

Was die Regierung jedoch nicht aufhalten konnte, war die absolute Kommerzialisierung des thailändischen Nationalsports. Man kämpfte nur noch des Geldes wegen und öffnete so der Manipulation Tür und Tor. Deshalb sollten Touristen, die Kickbox-Veranstaltungen in Thailand besuchen, niemals Wetten abschließen.

Die große Tradition des Kickboxens schien völlig zu verschwinden, der sportliche Wert ging fast verloren. Da zog der thailändische König – ein großer Freund des Muay Thai – persönlich die Notbremse und unterstützte mit großen Summen die Gründung von Muay-Thai-Akademien, in denen die Schüler den klassischen Stil lernen können und finanziell abgesichert sind. Beim Thaiboxen waren alle Fausttechniken erlaubt, darüber hinaus Ellenbogentechniken, Knietechniken, Fußtechniken und Halten des Gegners sind auch erlaubt.

Mit der Einführung von festen, international gültigen Regeln entwickelte sich eine Mischung von Fußtechniken aus dem Kartesport und Fausttechniken vom Boxsport. Das Kickboxen unterliegt heute mehr denn je sehr, sehr strengen Regeln, wobei die Fairness und die Achtung vor dem Gegner an erster Stelle steht: Kickboxen ist sehr trainingsintensiv, denn der Kämpfer, der Erfolg haben will, muss einige Voraussetzungen erfüllen: technisches Können in absoluter Perfektion, eine überragende Kondition, große taktische Intelligenz, den Anspruch, sein Können nur als Sport auszuüben, eine überdurchschnittliche Beweglichkeit und einen starken Kampfeswillen.

Wie bei anderen Kampfsportarten auch, wird ein Kickboxer sein Können nur als Sport benutzen – oder maximal zur Selbstverteidigung einsetzen. Und auf den Schutz vor Verletzungsgefahr durch entsprechende Ausrüstungen wird größter Wert gelegt, und nur die absoluten Profis können darauf verzichten. Die Sicherheitsausrüstung besteht aus einen Kopfschutz, weiter gibt es spezielle Schutzausrüstungen für Hände und Füße, die Zähne (Mundschutz), Schienbeinschützer und sehr wichtig ein Schutz gegen Tiefschläge, die immer wieder vorkommen. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen kann man die Verletzungsgefahr erheblich reduzieren.

In Thailand werden bei reinen Wettveranstaltungen außer Boxhandschuhen und einem Schutz gegen Tiefschläge keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Ganz im Gegensatz zu den offiziellen Sportveranstaltungen, bei denen genauesten auf die Einhaltung der Regeln geachtet wird. Selbst das Kickboxen für Frauen, früher etwas Unmögliches, sieht man ab und zu vor allem in den Touristenhochburgen der Strände.

In Deutschland gibt es es Kickboxen für Frauen als Sport im so genannten Halbkontakt, das heißt, dass nur bestimmte Körperteile getroffen werden dürfen. Und der Schutz ist dementsprechend. Kickboxen in Thailand sollte man sich unbedingt anschauen, aber nur bei richtigen Sportveranstaltungen.

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