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Der Isaan

Rauer, staubiger, schöner Isaan. Der Blick auf eine Landkarte genügt für die Überzeugung, dass es sich hier um einen ganz eigenen Teil Thailands handelt. Im Westen durch Gebirge zum restlichen Land, im Norden und Osten von Laos, im Süden von Kambodscha begrenzt liegt hier eine uralte Kulturlandschaft mit mehr als 20 Millionen Einwohnern. Es wird überwiegend Isaan gesprochen, eine dem Laotischen ähnelnde Sprache, auch Kambodschanisch hat einen großen Einfluss im Süden der Region, was sich auch in zahlreichen Kulturschätzen zeigt, großartigen Ausgrabungsstätten, deren Besichtigung über die Khmer Culture Route sehr zu empfehlen ist.

Die landwirtschaftlichen sind Nutzflächen groß, der Boden gilt als ausgemergelt und nicht besonders ertragreich, was auch daran liegt, dass es ehemalige Waldgebiete waren, die einen Großteil des ökologischen Schatzes ausmachten und die inzwischen fehlen. Es gibt eine große Landflucht, auch in die Touristengebiete des thailändischen Südens, wo nicht wenige der Frauen Isaans ihre Körper feilbieten.

Der Isaan besteht zum landschaftlich überwiegend aus der Khorat-Hochebene, die sich in Richtung Mekong neigt und auch weil er nicht zu den touristischen Hotspots des Landes gehört, hat der Isaan viele internationale Freunde, die schwören, hier noch das „echte“ Thailand kennengelernt zu haben.

Die Gastfreundschaft hier ist tatsächlich entwaffnend, es gibt eigene rauschende Feste auf einem Gebiet, in dem schon vor weit mehr als 5.000 Jahren Kulturen geblüht haben. Zahlreiche Ausgrabungen belegen, dass hier zivilisatorische Meilensteine gelangen, Jahrtausende, bevor die Thai überhaupt in der Gegend waren, lange prägten Khmer die Kultur, die frühen Reiche der Thai, etwa Ayutthaya, etablierten sich überwiegend im Westen, im Einfluss europäischer Kolonialherren entstanden dann allmählich die Grenzen, wie wir sie heute kennen.

Der Isaan

Der Isaan @iStockphoto/Marcel Braendli

Der Isaan galt im 20. Jahrhundert lange als kommunistische Hochburg, viele Ortskundige beteuern aber, dass die rebellische Ader der Menschen hier in der Vergangenheit oft aus politischen Gründen überzeichnet wurde. Der Isaan hat – im Vergleich zum restlichen Thailand – aber sehr wohl immer noch ein sehr niedriges Durchschnittseinkommen und die wahrscheinlich extremsten Witterungsbedingungen des Landes. Hier kann es heiß, aber auch empfindlich kalt werden und es gibt harte, für Thailand ungewöhnlich harte Trockenperioden.

Leicht gewellt liegt der Isaan da, an den Seiten beachtliche Höhenzüge, der Mekong, ist Grenzfluss, der verzweigte Fluss Mun durchfließt über mehr als 600 Kilometer die Landschaft, bis er den Mekong bei Khong Chiam speist. Er kommt aus dem Khao-Yai-Nationalpark, dem ältesten und berühmtesten seiner Art in Thailand, der wenige Autostunden von Bangkok entfernt liegt und vielleicht das populärste Ausflugsziel der Region ist.

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