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Khao Yai Nationalpark

Im ältesten Nationalpark Thailands können Besucher in die faszinierende Welt des Dschungels eintauchen. Die abwechslungsreiche und exotische Tier- und Pflanzenwelt und paradiesische Wasserfälle locken Naturliebhaber aus aller Welt nach Khao Yai.

Geographisches

Der Park erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 2170 Quadratkilometern und befindet sich etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel. Höchster Berg ist der Khao Rom mit 1351 Metern Höhe, gefolgt vom Khao Lam (1326 Meter) und dem Khao Keaw (1292 Meter). Die Provinzen Nakhon Rachasima, Prachin Buri, Saraburi und Nakhon Nayok haben Anteil am Nationalpark.
Fünf für den Reisanbau enorm wichtige Flüsse entspringen im Parkgebiet, unter anderem der 110 Kilometer lange Nakhon Nayok. Auch die Wasserversorgung Bangkoks ist stark von den 2200 bis 3000 Millimetern Regen, die jährlich im Nationalpark fallen, abhängig.

Die abwechslungsreiche Landschaft umfasst immergrüne Regen-, Nebel- und Trockenwälder und Grasgebiete. Eine Jahresdurchschnittstemperatur von 23 Grad Celsius verspricht ein ganzjährig angenehmes Klima. Nachts kann es auf bis zu 10 Grad Celsius abkühlen.

Anfahrtsmöglichkeiten

Von Bangkok aus ist der Nationalpark in weniger als zwei Stunden mit dem Auto zu erreichen. Mit dem Zug geht es von der Station Hua Lamphong aus, mit dem Bus von der Mo Chit Busstation aus nach Pak Chong. Mit einem Songthaew, einem zu einem Sammeltaxi umgebauten Kleinbus, LKW oder Pritschenwagen, geht es dann weiter zum Nationalpark.

Khao Yai Nationalpark

Khao Yai Nationalpark ©iStockphoto/Bob Balestri

Die Tier- und Pflanzenwelt

Über 5000 seltene Insekten-, 340 Vogel- sowie jeweils 70 Reptilien- und Säugetierarten gibt es im Khao Yai Nationalpark zu entdecken. Ebenfalls zu bestaunen sind 216 verschiedene Schmetterlingsarten, teilweise mit einer Flügelspannweite von bis zu 15 Zentimetern. Tiger, Elefanten, Stachelschweine, Bären, Gibbons und Rotwild gehören zu den Highlights des Parks für Tierliebhaber. Auf geführten Nachtsafaris ist die Chance, diese seltenen und oft scheuen Tiere zu Gesicht zu bekommen, besonders hoch. 2500 verschiedene Pflanzenarten gehören ebenfalls zur bunten Vielfalt des Dschungels.

Wer sich insbesondere für die Vögel des Nationalparks interessiert, kann sich zu einem der beliebten Beobachtungsposten begeben: Der Aussichtsturm am 30. Kilometer der Thanara Road bietet sich ebenso an wie ein alter Golfplatz im Park. Auch die verschiedenen Trekkingpfade bieten gute Aussichten auf die Vogelwelt. Der berühmte Nashornvogel, der siamesische Firebackvogel, der Blue Pitta und verschiedene Fasanen- und Kuckucksarten lassen die Herzen von Ornithologen höher schlagen.

Wandern

13 große Wanderwege und ungefähr 50 kleinere ausgeschilderte Pfade von verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden gibt es im Khao Yai Nationalpark. Wer eine längere Wanderung plant und viel über die Natur des Parks erfahren möchte, kann sich von einem der Park-Ranger beraten lassen oder eine geführte Tour buchen. Viele Reiseveranstalter und Resorts bieten solche Touren unter einem erfahrenen Führer an. Meist handelt es sich um kleinere Gruppen von etwa vier bis zehn Personen. Auch zwei- oder mehrtägige Touren sind möglich, Übernachtungsmöglichkeiten bieten die vielen über den Park verteilten Ranger-Stationen.

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Wasserfälle

Vor allem nach starken Regenfällen lohnt es sich, einen der zahlreichen Wasserfälle des Parks zu besichtigen. Am spektakulärsten ist wohl der Haew Narock-Fall, der über 150 Meter in die Tiefe stürzt. Er befindet sich im Süden des Nationalparks und kann über einen Wanderweg von 800 Metern Länge erreicht werden. Am Ende der Thanarat Road können gleich drei unterschiedliche Wasserfälle bestaunt werden: Der Haew Sai, der Haew Suwat und der Haew Prathun. In der Nähe des Haew Suwat befindet sich ein kleines Restaurant, das zum Entspannen und Genießen einlädt. Einen Besuch wert ist auch der Namtok Sarita-Fall, der in einen idyllischen Badesee stürzt.

Fledermaushöhlen

Die Khao Look-Höhle ist eine Kalksteingrotte, in der über eine Millionen Fledermäuse ihr zu Hause haben. Jeden Abend verlassen sie die Höhle, um auf Futtersuche zu gehen, was ein unvergessliches Spektakel bietet. Es dauert etwa 20 Minuten, bis der schwarze Fledermaus-Strom verebbt. Die Khao Look-Höhle liegt nahe des nördlichen Eingangs des Nationalparks.

Weintourismus

Das gemäßigte Klima und die trockenen Böden werden seit einigen Jahren rund um den Nationalpark zum Weinanbau genutzt, hauptsächlich die Sorten Merlot und Cabernet. Weinproben, Besichtigungen der Produktionsstätten gehören bei den verschiedenen Weingütern zum Programm. Oft sind Restaurants angeschlossen, in denen ein aufregender, anstrengender Wandertag wunderbar ausklingen kann.

Historisches

Am 8. September 1962 wurde der Nationalpark gegründet und ist damit der erste seiner Art in Thailand. Seit Juli 2005 gehört der Khao Yai Nationalpark zusammen mit vier weiteren Naturschutzgebieten im Dong Phaya Yen Gebirge zum UNESCO Weltnaturerbe.

Bis zur Gründung dieses und weiterer Nationalparks war es ein langer Weg. Besonders ein Name taucht in der Geschichte des Naturschutzes in Thailand immer wieder auf: Boonsong Lekakun. Der berühmte Thailändische Naturschützer und Begründer des Wildlife Fund Thailand setzte sich die Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt seiner Heimat zum Lebensziel.
Tiger und Krokodile wurden nach dem zweiten Weltkrieg mithilfe moderner Waffentechnik fast bis zur Ausrottung gejagt. Auch die wertvollen Teakbaumwälder wurden zunehmend abgeholzt. Um diesen Schicksalen entgegenzuwirken schrieb Lekakun unermüdlich Briefe, Artikel und Fachpublikationen. Er hatte sogar einen festen Platz im nationalen Radioprogramm. Nach etwa zehn Jahren hartnäckiger Arbeit und einem Helikopterflug mit Premierminister Thanarat über die zerstörten Dschungelgebiete wurde 1962 der National Park Act verabschiedet. Diese Jahreszahl markiert einen Quantensprung im thailändischen Naturschutz, wurden seitdem doch bis zum Jahre 2003 insgesamt 138 Naturreservoirs als schützenswert eingestuft.

Weitere wissenswerte Informationen

Am 24. Kilometer der Thanarat Road befindet sich der Chao Phor Khor Yai Schrein, ein heiliger Ort der Verehrung und Einkehr. Die jährliche Besucherzahl steigt stetig, im Jahr 1996 wurden mehr als eine Millionen Besucher gezählt. Meist handelt es sich um Tagestouristen aus der näheren Umgebung bis Bangkok. Ein großes Besucherzentrum bietet alle wichtigen und spannenden Informationen vor Ort.

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