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Phetchaburi

Wer Thailand über den gängigen Tourismustrampelpfad erkundet, also im hohen Norden war, Bangkok erlebt hat und nun nach Ko Samui oder Phuket weiter möchte, um noch den tiefen Süden mitzunehmen, und wer dabei nicht Bonusmeilen bei Thai Airways sammelt, der kommt zwangsläufig durch die Provinz Phetchaburi.

Sie liegt am Nordende des Isthmus von Kra, dieser Landenge, die im Westen des Deltas des Chao Phraya beginnt und so die linke Seite des Golfs von Thailand bildet, an dessen Westseite sich viele Kilometer Thailand an Myanmar schmiegt und – jedenfalls fahren da im Grunde alle durch. Allerdings liegt Phetchaburi mal gerade 170 Kilometer von Bangkok entfernt, es ist im Grunde die übernächste Provinz, dort macht keine Pause, wer einen Marathon vor sich hat. Wäre aber eine Idee.

Phetchaburis Geschichte

Die Stadt hat eine lange bewegte Geschichte – und im Gegensatz zu vielen anderen Provinzhauptstädten kann man die an sehr vielen Stellen noch sehen. Schon die Mon sollen hier vor weit mehr als 1.000 Jahren eine Siedlung gehabt haben, später waren es die Khmer, dann die frühen thailändischen Reiche von Sukhothai und Ayutthaya, irgendwann auch mal Piraten aus Japan.

Durch die Stadt, die etwas abseits vom Meer und umgeben von Bergen liegt, fließt ein nach ihr benannter Fluss (oder am Phetchaburi liegt eine nach ihm benannte, uralte Stadt), der in den vergangenen Jahrhunderten seine Schiffbarkeit durch Sedimentation eingebüßt hat und so Phetchaburi die strategisch günstige Lage kostete.

Wat Yai Suwannaram Schrein

Wat Yai Suwannaram Schrein @iStockphoto/Isabel Da Silva Azevedo Drouyer

Phetchaburis heute

Wenn ein Ort auf solch natürliche Art um seine Bedeutung gebracht wird, ist das touristisch in der Regel sehr reizvoll. In Phetchaburi haben mehrere bedeutende Klosteranlagen zumindest in Teilen die Jahrhunderte überstanden, in einem die lange Zeit atmenden und noch aus vielen Holzhäusern bestehenden Städtchen, mit kleinen, sehr sauberen Gässchen und ungemein freundlichen Gastgebern.

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Im Wat Ko Kaew beispielsweise, einem Tempel aus den Jahrhunderten Ayutthayas, zeigen uralte Wandmalereien europäische Händler, die diesen Ort aufsuchten. Der Wat Kamphaen Laeng geht auf die alten Khmer zurück und das sieht man auch. Auf einem Militärgelände im Süden steht ein im frühen 20. Jahrhundert von deutschen Architekten errichteter Palast, der innen Qualitäten einer Zeitreise mit sich führt. Kurz vor dem Ort Phetchaburi, aber in der genau anderen Richtung, liegen mehrere Höhlensysteme, Khao genannt. Khao Bandai-It liegt unter einem Kloster, von dem aus Führungen durch den Berg gemacht werden.

Besonders schön ist auch die etwa vier Kilometer außerhalb des Ortes liegende Khao Luang, die mit zahlreichen Buddha-Statuen ausgestattet ist. Nicht zu übersehen sind auch die Gebäude auf dem Khao Wang im Geschichtspark Phra Nakhon Khiri. Hier hat Rama IV., auch als Mongkut bekannt, eine erstaunliche Palastanlage errichten lassen. Der Mann war Hobbyastronom und brauchte eine vernünftige Glaskuppelhalle. Außerdem ließen die Architekten europäische und chinesische Einflüsse in die Gebäudeentwürfe fließen, die nun, vollendet und recht gut restauriert, als Museum der Region dienen.

Eine weitere Besonderheit sind nahe, in ihrer Ursprünglichkeit bewahrte Mangrovenwälder, durch die mit Unterstützung der UNESCO Stege gezogen wurden. Die Mangroven waren lange wichtige Biotope an der Nordküste des Golfes von Thailand, sind dann aber aus vielfältigen wirtschaftlichen Gründen in der Mehrzahl zerstört worden. In der Provinz Phetchaburi hin zur Grenze Myanmars liegt außerdem der verwunschene Kaeng Krachan National Park, der größte seiner Art im gesamten Land, der viele seltene große Säugetiere und ungleich mehr kleine Lebewesen beherbergt.

Phetchaburi – wie kommt man da hin?

Wie man nach Phetchaburi kommt? Das passiert eigentlich automatisch. Wer den Norden Thailands verlassen hat und in den Süden will oder andersrum oder wer von Bangkok aus in den Westen zieht, der kommt fast automatisch nach Phetchaburi. Man erreicht den Ort direkt mit Überlandbussen aus der Hauptstadt, bei einigen muss man die richtige Stelle abpassen und dann rechtzeitig aussteigen – denn das wird das Schicksal Phetchaburis bleiben: dort, wo die Touristenblicke starr auf das wartende Meer gerichtet sind, liegt dieser Schatz ein Stückchen im Landesinneren.

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