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Bangkok

Klar muss man sich Bangkok mal angeguckt haben. Die Stadt ist der Wahnsinn. Die größte Metropolregion Thailands hat alles, atmet glitzernde Moderne und kämpft mit sich, seiner Eigenständigkeit und um den Erhalt traditioneller Werte. Bangkok ist die junge Hauptstadt einer alten Kultur, die trotz der relativen Kürze ihrer Existenz unbestrittenes politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist.

Das hängt natürlich auch mit der zentralen Lage zusammen. Das Land Thailand hat eine sehr spezielle Form. Im Kern sind es die Flüsse, die in einem großen Deltagebiet von Norden nach Süden fließend den Golf von Thailand speisen, die Gebirge und Hochebenen, aus denen diese Flüsse kommen, gehören dazu, und dann führt Thailand im Osten und noch mehr im Westen weit um den eigenen Golf herum.

Bangkok liegt im Norden des Golfes, dem einzig möglichen geografischen Zentrum und in einer Landschaft, die immer schon durch das Meer und die Sedimentierung der Flüsse große Veränderungen mit sich brachte. Die frühen thailändischen Reiche, die nie so hießen (der Name Thailand ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter japanischem Einfluss eingeführt worden und löste das in Thailand selbst wenig gebräuchliche Siam ab, bezieht sich auf die Bevölkerungsmehrheit des Landes, ignoriert dabei aber die zahlreichen Minderheiten, die die Geschicke Thailands seit jeher mitbestimmen), sind weiter nördlich entstanden.

Verkehr in Bangkok

Verkehr in Bangkok ©TK

Geschichte Bangkoks

Das gilt für Dvaravati, für Lan Na, entscheidend war dann Sukothai, dessen Zentrum noch mehr als 400 Kilometer nördlich des heutigen Bangkoks lag, darauf folgte Ayutthaya, dessen Überreste heute im nördlichen Einzugsgebiet der Stadt liegen und von der UNESCO (ebenso wie jene von Sukothai) zum Weltkulturerbe erklärt wurden.
Als Ayutthaya nach Überfällen der Birmanen im späten 18. Jahrhundert zerfiel und Generäle und spätere Begründer der heute herrschenden Chakri-Dynastie einen neuen Platz für eine neue, das Machtvakuum ausfüllende Hauptstadt suchten, wählte man zunächst Plätze westlich von Bangkok Richtung Ratchaburi, verlagerte die dann aber aufgrund des etwas besseren Hochwasserschutzes an die östlichen Ufer des Chao Phraya.

Buddha Statuen

Buddha Statuen

Wenige Jahrzehnte zuvor hatte hier kaum mehr als ein chinesisches Dorf, ein paar Fischerhütten, ein Zollhaus und eine holländische Handelsniederlassung gestanden. Bangkok wurde im späten 18. Jahrhundert zur Hauptstadt erklärt und entsprechend ausgebaut. Besonders mit dem Namen gab man sich Mühe, Bangkok ist eigentlich eine arg verstümmelte Kurzform, die Stadt der Engel hat einen Namen, der mit 168 Buchstaben als längster Städtename der Welt im Guinness-Buch der Rekorde steht.

Der Kern der Stadt liegt auf einer künstlich geschaffenen Insel in einer Biegung des Chao Phraya. Das alte Bangkok hatte zahllose Kanäle, wichtige Lebens- und Verkehrsadern, Khlong genannt. Diese waren derart dominant, dass man in der Hauptstadt erst im späten 19. Jahrhundert mit dem Ausbau gepflasterter Verkehrsadern begann. Das begann fast zeitgleich mit der Etablierung der Eisenbahn, in Thailand, das noch absolutistisch regiert wurde, ist man seit jeher an Modernisierungen interessiert, und die Modernisierungen erfolgten auf schwierigem Grund, in Schwemmland und Sümpfen – und in schwierigen Zeiten.

Kolonialkräfte aus Europa versuchten immer wieder, Südostasien neu zu strukturieren, im Zweiten Weltkrieg kamen die Japaner und das Land wurde daraufhin zum Kriegsgegner des Westens, Zerstörungen infolge von Bombardements führten dazu, dass ab Mitte des 20. Jahrhunderts Bangkok als moderne Metropole mit befestigten Straßen, großen Brücken über den Fluss und Ausfalltrassen zu boomen begann. Das Land wurde nach einigen Unruhen konstitutionell regiert, bekam ein Parlament und boomte (nicht nur touristisch) in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Hatte die Stadt um 1950 gerade einmal etwas mehr als eine Million Einwohner, sprengte sie zur Jahrtausendwende locker die sechste Million. Die Stadt ist dichter besiedelt als jede Großstadt der Bundesrepublik, sie hat eine beeindruckende Skyline und nimmt man die gesamte Metropolregion, ist sie der Motor Südostasiens.
Sehenswürdiges & Liebenswertes

Wer Bangkok besucht, muss nach Phra Nakhon. Hier ist der alte Kern der Hauptstadt, die Insel Rattanakosin, hier finden sich der Königspalast, die wichtigen Tempel und der Sanam Luang, einen großen Platz, der beim Entwurf der Stadt zu zeremoniellen Zwecken eingeplant wurde und von dem aus man viele wichtige Sehenswürdigkeiten direkt aufsuchen kann.

Am Sanam Luang liegt der Phra Borom Maharadscha Wang, der alte Königspalast, in dem sich unter anderem der Wat Phra Kaeo, darin wiederum die Kapelle mit dem berühmten Smaragd-Buddha, Thailands Nationalheiligtum, befindet. Außerdem steht am Platz der Wat Mahathat, der älteste Tempel der Stadt, gleich mehrere Universitäten, das Nationaltheater, die Nationalgalerie, das Nationalmuseum und der für viele thailändische Städte typische Stadtpfeiler, der Lak Mueang, der in diesem Fall auch als geografisches Zentrum des Landes gilt.

Besonders die großen Museen suchen in Südostasien ihresgleichen und beherbergen den Stolz der ganzen Nation. Die Liste der bedeutenden buddhistischen Baudenkmäler in Bangkok ist lang. Der Wat Pho mit seiner fast 50 Meter langen liegenden Buddha-Statue gehört sicher dazu, der War Arun auf der Westseite des Chao Phraya …
… und diese Wats sind gerade für Urlauber ebenso wie die schönen Parks der Stadt Oasen, Fluchtpunkte vor dem großen, phantastischen Gewimmel der Stadt, der Händler, der Garküchen, der alten chinesischen und indischen Bezirke und Kontrast zur überall steil aufragenden Moderne.

Feiern & Essen in Bangkok

Gegessen wird an jeder Straßenecke. Gute Restaurants reihen sich am Fluss aneinander, Restaurantboote gibt es zahlreiche in Bangkok und natürlich ist das indische und das chinesische Viertel Einladung, mal wieder echte chinesische resp. echte indische Kost zu probieren. Wer Lust hat, bekommt in Hotels eine echte britische Tea Time und wird dabei bewirtet wie ein fettwanstiger aristokratischer Karrierekolonialist, der den tropischen Nachmittag nicht anders hinter sich zu bringen weiß.

Die meisten Restaurants finden sich dort, wo auch Touristen sind. Beispielsweise an der Thanon Sukhumvit, einer der vier königlichen Straßen, ist das kulinarische Angebot tatsächlich aberwitzig. Es kommt natürlich immer darauf an, was man will. Die Garantie, dass die Küche im Zweifel auf an weniger Schärfe geschulte Gaumen eingeht, hat man eher in den guten Hotels. Wer gerne experimentiert und darauf steht, für Centbeträge gesättigt zu werden, hat fast so viele Garküchen wie die Stadt Bangkok Einwohner hat zur Auswahl.

In Bangkok geht man eher früh in die Clubs, denn sie machen in der Regel zwischen 01:00 und 02:00 Uhr dicht. Wer unbedingt länger feiern will, findet in der Regel einen Club, der sich gerade den Ruf erarbeitet hat, nicht unter polizeilicher Sperrstundenkontrolle zu stehen. Das wechselt aber in einer umtriebigen Stadt wie Bangkok und es kommen regelmäßig neue Locations hinzu. Im Zweifel sucht man in Patpong, der Reeperbahn von Bangkok.

Shopping in Bangkok

In Bangkok kriegt man alles. Wirklich alles. Der Chatuchak Weekend Market gilt als der größte seiner Art auf der Erde. Mehrere hunderttausend Kunden werden hier täglich an mehr als 10.000 Ständen und auf einer überdachten Fläche von mehr als einem Quadratkilometer bedient. Er ist ein einziger gewaltiger Basar und eigentlich ein Pflichtbesuch.
Das gilt auch für das Vergnügungs- und Einkaufsviertel Siam Square auf dem Gelände der Chulalongkorn-Universität. Hier mischt sich das junge, hippe, internationale Volk und gönnt sich das pralle Leben in Boutiquen, Hotels, Restaurants und vor unerschwinglichen Träumen. Ein wichtiges Zentrum des urbanen Lebens sind auch die Windmühlenstraße Thanon Silom und die bereits erwähnte Thanon Sukhumvit.

MBK in Bangkok

MBK in Bangkok

Nächtigen & Entspannung in Bangkok

Bangkok hat einige große Parks und Freiflächen, in denen sich der Städter von sich selbst erholen kann. Im Lumphini beispielsweise kann man sich trimmen und paddeln und Thai-Chi machen, etwas außerhalb im Osten liegt der deutlich größere König-Rama-IX.-Park, der in der Gestaltung etwas an eine Bundesgartenschau erinnert.

Übernachtungen kosten in Bangkok mehr als im restlichen Land. Aber hier ist es wirklich was wert, nicht allzu sehr aufs Budget zu achten. Wer nicht in einem von Sextouristen frequentierten oder weit abseits des Lebens liegenden Loch unterkommen möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen und hat dann die große Auswahl. Bangkok besteht aus Hotels (und Garküchen), nach wie vor ist für die kleineren Portemonnaies die Khaosan Road im Stadtteil Banglamphu eine gute Adresse.

Im Mittelklassebereich findet der Urlauber im gesamten Kernstadtgebiet interessante Angebote – und es gibt natürlich zahlreiche Spitzenhotels mit dem kompletten Spa-, Erholungs-, Boutiquen-Programm.

Ein- & Ausfahrt nach Bangkok

Wer nach Thailand fährt und nicht direkt Phuket anfliegt, kommt in der Regel in Bangkok vorbei und sollte diese Weltmetropole nach Möglichkeit nicht als reine Drehscheibe nutzen. Hier pumpt das Herz des Landes und das darf sich kein Weltenbummler entgehen lassen. Zwei große Flughäfen liegen vor den Toren der Stadt, aus der die wichtigsten Bahnlinien des Landes hinausführen.

Verkehr in Bangkok

Verkehr in Bangkok

Überlandbusse starten von hier aus zu allen Sehenswürdigkeiten im Land, der Seehafen ist einer der größten Südostasiens. Bangkok selbst ist total verstopft, und zwar so sehr, dass man zeitgleich versucht mit der Bangkok Metro im schwierigen Untergrund Entlastung zu schaffen und mit dem Bangkok Skytrain dem Verkehr quasi eine dritte Etage zu geben.

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