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Jim-Thompson Haus

Das Jim-Thompson Haus ist eine Ansammlung mehrerer Häuser im Zentrum Bangkoks. Die Häuser sind in traditioneller thailändischer Bauart errichtet und im Inneren prunkvoll ausgestattet. Umgeben sind die Gebäude von einem exotischen Garten, der dem Dschungel nachempfunden ist.

Wer war Jim Thompson?

Jim Thompson, dem das Haus gewidmet ist, war ein US-amerikanischer Unternehmer, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bangkok lebte und arbeitete. In Thailand erlangte er Berühmtheit, da er die traditionelle Seiden- und Textilindustrie des Landes ausbaute und revolutionierte. Ursprünglich kam Thompson im Auftrag des militärischen Geheimdiensts „Office of Strategic Services“ in den 1940er-Jahren nach Bangkok. Schon bald nach dem Ende seiner militärischen Karriere baute er 1948 seine erste Seidenfabrik auf. Diese war das erste kommerzielle Textilunternehmen Thailands. Zuvor wurde Seide lediglich für den Hausgebrauch thailändischer Familien in Handarbeit verarbeitet.

Thompsons Revolution: Er brachte Technologien nach Thailand, die dort bisher vollständig unbekannt waren, und vervielfachte Quantität und Qualität der verarbeiteten Seide so enorm. In seiner Fabrik beschäftigte er Arbeiter zu äußerst humanen Bedingungen, was ihn zu einem der beliebtesten westlichen Ausländer im asiatischen Raum machte. Die Angestellten Thompsons waren in einem Häuserkomplex mit sechs Gebäuden untergebracht – die Geburtsstunde des Jim-Thompson Hauses, das heute unter anderem ein Museum beherbergt.
Über die Grenzen Asiens hinaus erlangte der Name Jim Thompson Berühmtheit, als er am 27. März 1967 während eines Ausflugs spurlos verschwand. Er verließ das Haus, um den Dschungel Malaysias zu besuchen und kehrte nie zurück. Auch sein Körper wurde nie gefunden. Sein Verschwinden ist bis heute ungeklärt und umso verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass er militärisch ausgebildet war und vielen Gefahren getrotzt hätte.

Jim-Thompson Haus

Jim-Thompson Haus ©TK

Der Ursprung des Jim-Thompson Hauses

Der Gebäudekomplex wurde noch von Jim Thompson persönlich errichtet. Bereits in den 1950-er Jahren kaufte Thompson alte Teakhäuser und Teile zerstörter Thai-Häuser auf, um daraus ein traditionelles Thai-Haus zu errichten, in dem unter anderem seine Angestellten untergebracht werden sollten.

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Das Jim-Thompson Haus besteht aus sechs Einzelhäusern, die jedoch durch einen Mittelteil verbunden sind. Heute ist das Haus eine Touristenattraktion und ein Museum, das authentische thailändische Kunst ausstellt. Ein Großteil der Schätze des Thompson Hauses wurden noch unter der Führung Thompsons zusammengetragen und ehemals zu reinen Dekorationszwecken im gesamten Haus aufgestellt. Die Gegenstände sind heute von unschätzbarem Wert. Das Museum erfreut sich großer Beliebtheit, da die Ausstellungsstücke aus verschiedensten Epochen der asiatischen Kultur stammen und aus allen Ecken des Kontinents zusammengetragen wurden.

Doch auch die Architektur des Gebäudes macht das Jim-Thompson Haus zu einer sehenswerten Anlage. Thompson, der ausgebildeter Architekt und somit prädestiniert für ein derartiges Projekt war, baute die einzelnen Räume kunstvoll aus, ohne jedoch den traditionellen Charme thailändischer Baukunst zu nehmen. Überall im Haus finden sich exotische Schnitzereien in den Wänden und den Fensterrahmen. Ein besonderer Blickfang ist die Küche des Hauses, die aus einem abgerissenen Palast entnommen und im Jim-Thompson Haus originalgetreu aufgebaut wurde. Auch die Anrichte im Speisezimmer erzählt eine besondere Geschichte: Sie war einstmals der Altar eines chinesischen Tempel. Das einzige westliche Element im Stil des Hauses findet sich im Badezimmer. Dies bildet einen reizvollen Kontrast zum Rest des Hauses. Auch die einzelnen Zimmer sind einen näheren Blick wert und für europäische Augen definitiv ungewöhnlich. Um die Kinder der Bewohner zu amüsieren wurden beispielsweise in allen Kinderzimmern des Hauses winzige Duplikate der Räume errichtet, um als Zuhause für die Haustiere der Kinder zu dienen. Zumeist wurden hier Mäuse untergebracht.

Ein Besuch des Jim-Thompson Hauses lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Neben zahlreichen Eindrücken der vielfältigen Kultur Asiens haben Besucher hier auch die Möglichkeit, Bangkok etwas Gutes zu tun. Ein kleiner Teil des geringen Eintrittspreises fließt in die Instandhaltung des Hauses, vom Rest wird eine Blindenschule in Bangkok unterstützt.

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